Mrz 24

Homeserver: Planung der Komponenten

Tag: HomeserverFrank @ 18:01

(Fast) Jeder kennt das: man hat gemütlich am Laptop im Internet Musik gekauft und dann sitzt man im Arbeitszimmer und kann sie nicht anhören weil sie auf dem Laptop ist. Andersherum hat man ewig an einer Ausarbeitung gesessen und dann ist man bei einem Kumpel dem man das ganze vorführen möchte und kein Weg führt an die Dateien. Doch noch viel schlimmer: Das Notebook steckt zum laden an der Dose während man gerade noch am arbeiten ist, .. der Blitz schlägt ein und das Notebook samt Festplatte ist hinüber.

Gegen all solche Sachen ist ein Kraut gewachsen - die zentrale Datenhaltung. Musik, Videos, Dokumente, all das wird einfach Zentral auf einem dedizierten System abgelegt. Moderne Netzwerke ermöglichen es von quasi jedem Punkt auf dieser Erde auf die Daten zuzugreifen. Um das Backup kümmern sich entsprechende Automatismen. Zur Sicherheit liegen alle Daten nicht nur Verschlüsselt auf dem Server sondern werden per RAID auch auf eine zweite Platte gespiegelt.

Doch solche Dienste bieten auch noch mehr Wert. Filesharingprogramme können sich damit beschäftigen, Dateien herunter und herauf zu laden, während man des Nachts schläft. Drucker können über einen Printserver geteilt werden. Webcams können softwaregesteurt ausgewertet werden und schicken E-Mails wenn was vorfällt. Aber was erzähl ich hier - wer in diesem Blog liest, ist sich der Möglichkeiten eines solchen Homeservers wahrscheinlich längst bewusst oder hat gar schon einen.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind jedenfalls schier unendlich. Ohne auf jede einzelnen Möglichkeit weiter einzugehen, möchte ich hier vorstellen wie ein solches System aufgebaut sein könnte.

Anforderungen

Was für Anforderungen gibt es an die Hardware?

  • Der Prozessor muss in der Lage sein eine vernünftige Festplattenverschlüsselung zu stemmen ohne die Schreibgeschwindigkeiten auf Schneckentempo einzuschrumpfen
  • Es muss genügend Arbeitsspeicher am Start sein um auch “Moderne” Filesharingprogramme zum laufen zu bekommen
  • Dem Speicherplatz sollten zumindest auf Logischer ebene keine Grenzen gesetzt werden; Das bedeutet dass es Möglich sein sollte, nachträglich noch zusätzliche Platten einzubauen oder zumindest die vorhandenen Platten gegen größere zu tauschen ohne die ganzen Daten erst auslagern zu müssen
  • Die Stromkostenabrechnung sollte nicht zum erblinden oder zu nervlichen Störungen führen

Und wie lösen wir das Problemchen?

Nein nicht mit einem Wölkchen (Schleichwerbung) sondern eben mit passender Hardware. Um genau zu sein mit Hardware die in der Lage ist aus möglichst wenig Strom möglichst viel Leistung heraus zu holen. Dabei haben sich bekannte (Prozessor-)Hersteller schon Gedanken gemacht und in Form von Mobile- und Embeddedprozessoren ihre bestehenden Prozessortechnologien auf besonders niedrigen Stromverbrauch getrimmt. Im Mobilprozessormarkt werden hierbei meist die normalen Desktop CPUs genutzt deren Leistung dann gesenkt wird. Für den Embedded Bereich werden meist eigene Prozessoren entwickelt die dann aber für Desktop Anwendungen meist untauglich sind.  In diesem Fall sind die Embeddedprozessoren also deutlich näher am Anwendungsfeld. Bekanntester Vertreter ist hier  Intels “Atom” Prozessor. Aber Auch AMDs Geode Reihe ist den meisten ein Begriff - weniger bekant ist dagegen vermutlich VIAs Prossoren Serie. Hierbei handelt es sich quasi immer um Prozessoren die fest auf einem Mainboard verlötet sind. Bei den ersten beiden stamen diese Mainboards nicht zwangsweise vom Hersteller selbst - bei VIA dagegen schon.

Prozessor und Mainboard

Doch von vorn. AMDs Prozessoren sind schlecht entwickelt. Der Hersteller scheint sich nicht weiter um diese Reihe zu kümmern und konzentriert sich lieber darauf seine Desktop- und Mobilprozessoren auf einen vernünftigen stand zu bringen. Bei der Entscheidung zwischen Intel und VIA habe ich einen spannenden Vergleich gefunden bei dem die beiden Leistungsstärksten Embeddedprozessoren der beiden Hersteller miteinender Verglichen werden. Es handelt sich um Intels Atom 330 Prozessor mit 1,6 GHz auf einem D945GCLF und um einen VIA C7 Prozessor mit 1.8GHz auf einem EPIA-SN18000G. Der Test lohnt auf jedenfall gelesen zu werden. Er hat mich dazu bewogen mich für die VIA CPU zu entscheiden und zwar auf genau dem dort genutzten Board.

Dieses hat aber auch noch weitere Features die mit dem (zumindest mit dem originalen) Intel Board gar nicht so ohne weiteres möglich wären. Es bietet zum beispiel einen Compact Flash Slot den ich später nutzen werde um das Betriebssystem auf stromsparende Weise auf einer Simplen CF-Karte abzulegen. Zudem bietet es 4 SATA Schnittstellen - das könnte später wenn es um die Erweiterbarkeit geht noch sehr praktisch sein. Es kann 4 GB Arbeitsspeicher aufnehmen und das absolute Killerfeature - es hat einen PCI Express Slot und einen Mini PCI Slot!!

VIA selbst stellt hier den absolut interessanten VIA EPIA SN180000G Operating Guide (PDF) zur Verfügung den ich von meinen Händler per E-Mail bekam.


Gehäuse

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem IPC-Tauglichen Wallmount Gehäuse für MiniITX Systeme. Da ich aber offenbar der einzige bin der sowas sucht musste ich leider feststellen dass es sowas wohl nicht gibt. Während meiner Recherchen bin ich aber über ein anderes interessantes Gehäuse gestoßen. Das Chenbro ES34069 bietet 4 Festplattenslots die sogar bequem Hotswapable von außen erreichbar sind (leider unterstützt das Mainboard das vermutlich nicht, aber es erleichtert die Wartung sicher trotzdem ungemein). Wenn man den Beiträgen in diversen Foren trauen darf handelt es sich hierbei wohl um eine Art Revolution im Homeservermarkt. Jedenfalls wurde es bereits mehrfach getestet und für Gut befunden (1, 2 und 3, und 4 dienten mir als Informationsquelle). Das schönste ist eigentlich dass eine Netzteil schon mit dabei ist (120 Watt oder 180 Watt), wodurch der recht hohe Preis wenigstens ansatzweise gerechtfertigt wird. Leider ist das Gehäuse in keinster Weise gegen Staub, wie er bei meinem nicht näher beschriebenen Installationsort zu erwarten ist, geschützt. Hier muss ich also noch etwas Handarbeit anlegen.

Hier wieder sehr schön anzusehen - das Chenbro ES34069 User Manual. Viele Informationen für alle Informations- und Rezensionversklavten wie mich.

Kalkulation

Billig wirds vermutlich nicht, … hier eine Preisübersicht. Zusammengestellt bei Amazon (die CF Karte) und einem örtlichen Händler (der Rest). Die Installationsmaterialien beziehe ich aus meinen Vorräten und in Bezug auf die IPC-Tauglichkeiten aus dem Baumarkt.

251.68 Euro (VIA EPIA SN18000G) Mainboard
045,18 Euro (2 mal Kingston 2048MB KVR533D2N4) Arbeitsspeicher
198,90 Euro (Chenbro ES34069 120 Watt) Gehäuse
028,34 Euro (Kingston CFCard 16GB) Compact Flash Karte
010,00 Euro Installationsmaterial
----------------------------------------------------------------
534,10 Euro
===========

Für etwas mehr als 530 Euro bekommt man heutzutage also das Grundsystem für ein NAS welches leistungstechnisch absolut auf dem Stand ist und wohl noch die nächsten 5 Jahre treu seinen Dienst leisten kann. Ich finde den Preis OK. Nochmal etwa 400 Euro kann man aber rechnen wenn man das Gerät auch ordentlich ausstatten will. Ich übernehme 2 terrabyte große Festplatten aus meinem alten Homeserver, so dass ich die hier mal außen vor lasse.

Wies weiter geht, …

Die Komponenten sind nun bestellt und ich warte gespannt auf Lieferung. Wies weiter geht lest ihr im Artikel “Homeserver: Installation” wo ich zunächst den zusammenbau und die Installation der Systeme beschreibe.

9 Kommentare to “Homeserver: Planung der Komponenten”

  1. Jack says:

    Auf den ersten Blick ist es für mich nicht ersichtlich wieso du dir ein Gehäuse mit bis zu 120 Watt kaufst?

    Ich habe selber auch vor mir demnächst einen kleinen Homeserver zu basteln, den ich für die unterschiedlichsten Sachen gebrauchen möchte: Dateien lagern und abrufen, diverse Webapplikations laufen lassen, einen Jabber-Server einrichten, …

    Dabei ist mir vor allem der Stromverbrauch sehr wichtig, da ich vor allem die laufenden Kosten minimieren möchte. Daher liegt mein Fokus vor allem auf Prozessoren und Boards die von VIA produziert werden. Denn diese sind bekannt dafür, dass der Stromverbrauch sehr gering ist.

    Sind 120 Watt nicht etwas überdimensioniert? Oder bin ich auf dem Holzweg?

  2. Jack says:

    (schade, dass man schon gemachte Posts nicht mehr editieren kann)
    Nachtrag:
    neben einem auf VIA Board+Prozessor basierendem System ist auch die neue Linux-Steckdose sehr interessant http://www.deutscher-blog.de/computer/steckdosen-miniatur-pc-linux-mini-computer

    Leider scheint das Teil bis jetzt aber nur in Amerika verfügbar zu sein. Auch ist für Deutschland noch ein spezieller Adapter notwendig, damit das Teil auch in die Steckdose passt.
    Hier der Hersteller http://www.globalscaletechnologies.com/p-22-sheevaplug-dev-kit.aspx

  3. Frank says:

    Hi Jack,

    ich denke auch es hätte ein etwas kleines Netzteil gereicht (70 Watt bis 90 Watt). Chenbro bietet das Gehäuse aber leider nur in Verbindung mit einem Netzteil an. Es steht ein Modell mit 180 Watt und eines mit 120 Watt zur Auswahl - wer ein anderes Netzteil möchte muss sich gezwungenermaßen zusätzlich noch eines kaufen und dies dann tauschen. Das wäre mir einfach zu teuer geworden - zumal ich denke dass bei 4 Festplatten, vielleicht noch ner DVB-S2 Karte am PCI-Express Slot und ner WLan Karte am Mini PCI Slot schon langsam sinnvoll wird.

    Und: Die bei einschalten gebrauchte Leistung ist meist um einiges höher ist als die im Betrieb benötigte Leistung. Besonders bei Festplatten sollten diese Werte oftmals enorm abweichen. Hier muss also eine entsprechende Reserve vorgesehen sein. 120 Watt sind aber meines Erachtens auch etwas zu viel.

  4. Linux Techblog » Homeserver: Installation says:

    [...] Artikel ist der Artikel “Homeserver: Planung der Komponenten” [...]

  5. Martin says:

    Hallo Frank,

    du schreibst, das eventuell mal eine DVB Karte in den PCIe Slot rein soll. Auf dem Foto von dem Gehäuse ist aber keine Aussparung vorhanden… Oder sieht man das nur zu schlecht?

    Wie sieht es auf der Unterseite mit dem Platz für eine MiniPCI Karte aus? Will mir wahrscheinlich das Board holen und mein altes PD6000 in den Ruhestand schicken. Will dann zusätzlich ein VPN Beschleunigungsmodul einbauen (ja, ich weis, der VIA hat auch schon AES Beschleunigung drin)
    Bild vom Modul: http://www.soekris.com/pictures/vpn14×1/vpn1411_front_big.jpg

  6. Frank says:

    Hallo Martin,

    nein das hast du richtig gesehen. Hier ist keine Aussparung vorhanden. An dieser Stelle ist ein Gitterblech, welches in diesem Fall der Säge zum Opfer gefallen wäre. Bei einer DVB Karte braucht es ja so gesehen nur ein größeres Loch.

    Wenn das MiniPCI Modul so flach ist wie’s auf dem Bild scheint sollte es da Problemlos reinpassen. Eine WLan Karte beispielsweise geht auch Problemlos drauf. Viel Dicker sollte es dann aber nicht werden.

  7. asoromuzyh says:
  8. zewucu says:

    zewucu…

    Donell Jones Lyrics

  9. iwemivesa says:

    iwemivesa…

    hoops flavor of love

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